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Erste Hilfe beim Haustier

Ruhe bewahren und gezielt handeln

Notfälle können jederzeit auftreten. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und gezielt zu handeln. Erste Hilfe ersetzt nicht den Besuch beim Tierarzt, kann aber entscheidend sein, um Ihr Tier bis zur Behandlung zu stabilisieren.

Notfall erkennen und richtig einschätzen

Wichtig ist, dass Sie Ruhe bewahren und die Situation möglichst gut einschätzen. Je nach Schweregrad kann ein Notfall innerhalb von Sekunden, Minuten oder auch erst nach einigen Stunden kritisch werden.

Zur Orientierung können folgende Fragen helfen:

  • Ist Ihr Tier ansprechbar und bei Bewusstsein?
  • Reagiert es normal oder deutlich schwächer als sonst?
  • Kann es aufstehen oder versucht es zu laufen?
  • Atmet es regelmäßig?
  • Ist ein Puls fühlbar?

Je schlechter der Zustand, desto schneller sollte Ihr Tier tierärztlich versorgt werden. Einen Rettungsdienst wie beim Menschen gibt es nicht, der Transport liegt in Ihrer Verantwortung.

Was tun bei Verletzungen?

Bei Verletzungen gilt: Eigenschutz beachten und das Tier sichern, auch sonst ruhige Tiere können unter Schmerzen plötzlich reagieren.

  • Blutungen mit leichtem Druck und sauberem Verband stillen
  • Größere Wunden möglichst abdecken, nicht reinigen oder manipulieren
  • Fremdkörper (z. B. Glassplitter) nicht entfernen, sondern fixieren
  • Tier ruhig halten und schnell zum Tierarzt bringen

Wichtig: Auch kleine Wunden können sich entzünden und sollten kontrolliert werden.


Wie reagiere ich bei Vergiftungen?

Bei Verdacht auf eine Vergiftung zählt jede Minute.

  • mögliche Ursache sichern (z. B. Pflanze, Futter, Medikament)
  • Zeitpunkt und ungefähre Menge merken, wenn möglich
  • kein Erbrechen selbst auslösen (z. B. keine Hausmittel wie Salz oder Milch)
  • sofort tierärztliche Hilfe kontaktieren

In der Praxis kann gezielt ein Medikament verabreicht werden, das kontrolliert Erbrechen auslöst und so hilft, die aufgenommene Substanz schnell zu entfernen.

Wichtig: Nicht bei jeder Vergiftung darf Erbrechen auslösen werden, deshalb immer vorher abklären.

Wann ist sofortiges Handeln erforderlich?

Ein Tierarzt sollte umgehend aufgesucht werden bei:

  • Autounfällen
  • Schockzuständen
  • starken Blutungen
  • offenen Knochenbrüchen
  • tiefen Biss- oder Schnittwunden
  • Augenverletzungen
  • Vergiftungsverdacht

Kündigen Sie den Notfall möglichst telefonisch an, damit alles vorbereitet werden kann. Bitten Sie wenn möglich eine zweite Person um Hilfe.

Transport des verletzten Tieres

Ein ruhiger und sicherer Transport ist entscheidend.

Beim Hund:

  • möglichst liegend transportieren (z. B. Rückbank)
  • Kopf und Hals stabil lagern
  • ggf. von einer zweiten Person sichern
  • bei schweren Verletzungen kann ein Brett oder eine feste Unterlage helfen

Bei der Katze:

  • Transportbox verwenden
  • alternativ vorsichtig in ein Handtuch wickeln
  • Verletzte Katzen können sich aus Angst stark wehren

Erweiterte Erste Hilfe

In schweren Notfällen kann schnelles Handeln lebensrettend sein.

  • Atmung kontrollieren
  • Puls überprüfen
  • Atemwege freihalten
  • ggf. Fremdkörper entfernen

In seltenen Fällen können Beatmung oder Herzmassage notwendig sein. Solche Maßnahmen sollten idealerweise in einem Erste-Hilfe-Kurs für Tiere erlernt werden.